Schutzhinweise für Anwendung von UV-Bestrahlung

Tipps

1. Alles über Sonnenbrand
 

Was ist Sonnenbrand? Sonnenbrand ist eine Entzündungsreaktion der Haut (lat. Dermatitis solaris). Er entsteht, wenn die Haut einer für sie zu starken Sonnenbestrahlung ausgesetzt wird. Verantwortlich sind dafür die ultravioletten Strahlungen, insbesondere die UV-B-Strahlung. Rötungen, Schwellungen und eine sich heiss anfühlende Haut, verbunden mit brennendem Schmerz und Juckreiz, sind typische Merkmale des Sonnenbrandes. In schweren Fällen können sogar Blasen auftreten.

Wenn Sie in die Sonne gehen... ...sollten Sie daran denken: Abhängig vom individuellen Hauttyp, ist die Bestrahlungsdauer, die einen Sonnenbrand auslöst, unterschiedlich hoch. Der Hauttyp bezeichnet den genetisch festgelegte Grad der Lichtempfindlichkeit. Wenn Sie Ihren Typ nicht wissen, dann können Sie unter dem Link Hauttyp feststellen, zu welcher Kategorie Sie gehören. Tageszeit, Jahreszeit, Höhe über dem Meeresspiegel, Breitengrad und auch der Grad der Vorbräunung sind einige weitere Faktoren, die die Strahlungsintensität beeinflussen können.

Ist es Sonnenbrand oder nicht? Sie waren längere Zeit in der Sonne und die Stellen der Haut, die unbedeckt waren, sind stark gerötet, dann steht ziemlich sicher fest, dass es sich um einen Sonnenbrand handelt. Sind sie aber nur kurz in der Sonne gewesen und die Haut hat sich verändert, dann kann es sich auch um eine sogenannte phototoxische Reaktion handeln. Haben sich gerötete Knötchen gebildet und es juckt ziemlich stark, kann es sich auch um eine polymorphe Lichtdermatose, die Lichtallergie, handeln. Hier kann z.B. eine medizinisch kontrollierte UV-Therapie vorbeugend wirken. Wenn Sie Zweifel haben, was mit Ihrer Haut ist, dann wenden Sie sich unbedingt an Ihren Arzt.

Was hilft bei Sonnenbrand? Zuerst einmal: Jede weitere Bestrahlung vermeiden, damit sich die Haut erholen kann. Feuchte Umschläge mit Leitungswasser oder kaltem, schwarzem Tee kühlen und lindern den Schmerz. Gleiches lässt sich auch mit Lotionen oder Gelees erreichen. Glukokortikoide sind Kortison-Präparate, die die Heilung beschleunigen können. Dabei ist aber auf Verträglichkeit zu achten. Sollten allerdings mehr als 60 Prozent der Hautoberfläche betroffen sein, sollte ein Hautarzt aufgesucht werden.Kinder haben eine wesentlich empfindlichere Haut als Erwachsene. Deshalb sollte auf sie besonders geachtet werden, bzw. sie besonders geschützt werden.

Sonnenbaden ohne Sonnenbrand Meiden Sie die Zeit der intensivsten Sonneneinstrahlung zwischen 11.00 und 15.00 Uhr. Einige Lichtschutzmittel wirken auf der Haut und sofort. Andere wirken erst tief in der Haut. Wenn Sie sich eine halbe Stunde, bevor Sie in die Sonne gehen, eincremen, hat das Lichtschutzmittel genügend Zeit, in die obersten Hautschichten einzudringen. Die maximale Dauer eines Sonnenbades ergibt sich aus dem Lichtschutzfaktor Ihrer Creme, dem UV-Index und Ihrem Haut-Typ. Nutzen Sie davon höchstens 60 Prozent. Schützen Sie Ihre Lippen mit einer besonderen Lippencreme und Ihre Augen mit einer Sonnenbrille. Nach dem Baden immer nachcremen, besonders Kinder. Der Sonnenschutz sollte immer vor UV-B- und UV-A-Strahlen schützen. Vorsicht: Einige Lichtschutzprodukte erfüllen diese Erwartungen nicht!
 


 

2. Was hilft bei Sonnenbrand?
 

Sonnenbrand ist eine Verbrennung der Haut ersten Grades, manchmal auch zweiten Grades mit Blasenbildung. Die Schädigung erfolgt ohne Warnsignal, ohne sofortige Rötung. Sie macht sich erst zwei bis sechs Stunden nach dem Sonnenbad, mehr oder weniger schmerzhaft, bemerkbar. Wenn es denn soweit gekommen ist, sollte man auf jeden Fall bis zur Abheilung die Sonne gänzlich meiden. Die Haut regeneriert sich selbst.Sie können sie dabei unterstützen.

Bei leichter Hautrötung hilft ein After-Sun-Produkt. Es enthält viel Feuchtigkeit und wenig Fett und beruhigt und kühlt die Haut.

Ist der Sonnenbrand etwas stärker, aber noch ohne Bläschenbildung, dann helfen kühlend Quark, Joghurt oder Cremes aus dem Kühlschrank. Auch eine längere (bis zu 1 - 2 Stunden) kühle Dusche, aber nicht kälter als 25 Grad, lindert die Schmerzen, sollte aber nicht bei Kindern verwendet werden.

Ist ein starker Juckreiz vorhanden und/ oder haben sich Quaddeln gebildet, sind das Zeichen für eine Allergie. Dagegen verwendet man am besten antiallergische Salben.

Schmerzen und leicht erhöhte Temperatur bekämpft man mit einfachen Schmerzmitteln.

Wenn man vor Abheilung nach draussen gehen muss, dann sollte man die betroffenen Körperregionen unbedingt mit Kleidung bedecken.

Soviel Wasser wie möglich trinken.

 

Wenn man einen starken Sonnenbrand bekommen hat, empfiehlt es sich, bei den folgenden Symptomen unbedingt einen Arzt aufzusuchen:

  • Rötungen und starke Schmerzen

  • Kopfschmerzen

  • Nackensteifheit

  • Übelkeit und Erbrechen

  • Blasenbildung. Öffnen Sie sie nie selbst, denn offene Blasen sind immer äusserst infektionsgefährdet.

  • Babys und Kleinkinder mit Sonnenbrand

 

 

 


3. Wissenswertes über UV-Strahlung
 

Das, was als Sonnenstrahlen unsere Erde trifft, besteht aus verschiedenen Elementen. Es sind dies die wärmenden Infrarotstrahlen (wörtlich “unterhalb des Rot”), die sichtbaren Strahlen, also das Licht, und die ultraviolette Strahlung (wörtlich “oberhalb des violett”), abgekürzt UV-Strahlung genannt.

Die UV-Strahlung macht nur ca. 6 Prozent der Sonnenstrahlung aus, die auf die Erde trifft. Da die UV-C-Strahlung die Atmosphäre praktisch nicht durchdringen, können wir sie in unserer Betrachtung auslassen.

Entscheidend ist die Intensität, mit der wir unsere Haut Strahlungen aussetzen. Sie hängt von vielen Faktoren ab. Wie bewölkt ist es, welchen Einfallswinkel haben die Strahlen und wie stark sind der Ozongehalt und Trübungen der Atmosphäre? Eine ebenso entscheidende Rolle spielt es, an welchem Ort und zu welcher Zeit wir uns aufhalten. Auf welcher geografischen Breite bewegen wir uns, in welcher Höhenlage und zu welcher Tages- und Jahreszeit? Schnee oder Wasserflächen steigern die Intensität durch ihre Streuung ebenfalls.

UV-A-Strahlung bräunen die Haut direkt und spontan (siehe "Was geschieht im Solarium?”). Die Bräune hält aber nicht sehr lange. Durch UV-A-Strahlung baut die Haut keine Schutzschicht auf.

UV-B-Strahlung ist energiereicher als UV-A. Sie ist verantwortlich für den natürlichen Sonnenschutz der Haut. Die Hornhaut ist die oberste Hautschicht. Durch Bestrahlung mit UV-B-Licht wird die Hornhaut dicker. In zwei bis drei Wochen bildet sich dadurch eine Schutzschicht, die Lichtschwiele genannt wird. Sie reflektiert, filtert und streut das Sonnenlicht. Auch Säuren in den Hautzellen nehmen zu und verstärken den Schutz vor UV-Strahlung. Der Eigenschutz der Haut wird um etwa den Faktor 5 gesteigert. Faktor 5 bedeutet zum Beispiel: Die vorgebräunte und vortrainierte Haut kann fünfmal länger der UV-Strahlung ausgesetzt werden als ungebräunte Haut.

Als zweiten Schutzmechanismus der Haut bewirkt UV-B-Strahlung die vermehrte Produktion von Melanin. Zwei bis vier Tage, nachdem mit Sonnenbädern begonnen wurde, wird der Farbstoff an der Hautoberfläche sichtbar. Je mehr eingelagert wird, desto brauner ist man. Der Bräunungsgrad hat aber seine Grenzen, die der Hauttyp bestimmt. Je dunkler die Haut von Natur aus ist, desto mehr Melanin besitzt sie. Die durch UV-B-Licht erzielte Bräunung hält länger vor. Zuviel UV-B-Strahlung ist aber auch dafür verantwortlich, dass Sonnenbrand entsteht.

Der UV-Index gibt uns Auskunft über das Sonnenbrandrisiko. Er sagt uns, wie intensiv die Sonne wo strahlt. Am Beispiel des Hauttyps II zeigt Ihnen die folgende Übersicht, wie lange Sie sich bei ungebräunter Haut der Sonne maximal aussetzen sollten, wann Sie die Sonnenbrandschwelle erreicht haben und wie Sie sich schützen sollten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



4. Wovon sind Bräunungsgrad und -dauer abhängig?
 

Wovon sind Bräunungsgrad und -dauer abhängig? Zuerst einmal vom Hauttyp. Er bezeichnet den genetisch festgelegten Grad der Lichtempfindlichkeit. Denn jeder Hauttyp verträgt unterschiedliche Dosen an UV-Strahlung. Der Typ I verträgt gerade nur das an Strahlung, was er normalerweise täglich im Freien erhält. Jede zusätzliche Strahlung, sei es durch Sonnenbäder oder im Solarium, ist für ihn schon zuviel. Dieser Typ hat immer eine helle Hautfarbe. Die Hauttypen von II bis IV können aufsteigend mehr Strahlung an ihre Haut lassen. Ihre Farbe kann, von Typ zu Typ steigend, immer brauner sein, bzw. werden. Hauttyp IV heisst auch Mittelmeer-Typ. Der Typ V hat von Natur aus braune Haut.

Der zweite Faktor sind die in der Oberhaut schon vorhandenen Pigmente. Wenn in der Basalzellenschicht schon Melanin gebildet ist, wird die UV-A-Strahlung bereits vorhandene Melanosome färben. Diese sogenannte "spontane Pigmentierung" , abhängig von vorhandenen Melanosomen, ist einerseits erblich bedingt. Ausserdem spielen regelmässige Sonnen- oder Solarienbäder eine Rolle.

Wer sich öfter bräunt, dessen Haut pigmentiert auch stärker spontan.

Die nur durch UV-A-Strahlung erzeugte Farbe verschwindet allerdings schon nach kurzer Zeit (2 - 3 Tage) wieder. Es fehlt auch die anregende Wirkung von Sonnenbädern mit dem gesamten bräunungswirksamen Spektrum von UV-A- und UV-B-Strahlung.

 

 

 

 


5. Was passiert im Solarium?
 

Die Haut bräunt durch Anregung der Pigmentzellen (Melanozyten). Diese stellen Melanosome, das Melanin, her. Die Melanozyten finden wir in der Tiefe der Oberhaut. Um Melanin zu produzieren, müssen die Pigmentzellen durch UV-Licht angeregt werden. Sie geben das Melanin dann an die umgebenden Hautzellen ab. Diese Hautzellen werden dadurch dunkler gefärbt und die gesamte Haut erscheint uns gebräunt. Da sich die Hautzellen einmal monatlich komplett erneuern, verschwindet die Bräunung nach einiger Zeit wieder

Grundsätzlich unterscheidet sich dabei das Bräunungsverhalten der Haut bei künstlicher Besonnung nicht von dem bei natürlichem Sonnenlicht. UV-A- und UV-B-Strahlen sind für die Tönung verantwortlich. UV-A-Strahlung dunkeln das in der Haut vorhandene Melanin. UV-B-Strahlung sorgt für eine Vermehrung der Melanozyten.

Der Unterschied liegt im gezielten Einsatz der verschiedenen Strahlungen im Solarium. Kommt mehr UV-A-Strahlung zum Einsatz, wird eine schnelle Bräunung erzielt, die aber nicht lange haltbar ist. Wird das Strahlenspektrum zu mehr UV-B-Strahlung verschoben, und damit stärker in Richtung natürliche Sonne, hält die Färbung länger und es erfolgt ein langfristiger Melaninaufbau.

 

 

 


6. Länger braun - durch UV-B-Strahlung?
 

Dauerhafte Bräune entsteht erst, wenn die Melanozyten angeregt werden. Denn dadurch wird Melanin dauerhaft produziert. Die Pigmentzellen brauchen dafür das kurzwellige UV-B-Licht. Aber auch nicht jede Wellenlänge dieser Strahlung trägt zur Melaninbildung bei. Deshalb haben die Hersteller von Solarien in den letzten 20 Jahren sehr stark in die Erforschung der Wirkung von Strahlung auf die Haut und in die Entwicklung optimaler Lampen investiert.

UV-B-Licht kann auf der Haut eine Rötung, ein sogenanntes Erythem, auslösen. Ein Ziel der Lampenentwicklung ist es daher, die minimale Erythemdosis zu sichern, die heute in einer Euronorm festgeschrieben ist: Die Bestrahlungsdosis soll zuverlässig unterhalb der Sonnenbrandschwelle bleiben. Gleichzeitig soll die optimale Bildung von Melanin gegeben sein, die die Voraussetzung für eine langanhaltende und indirekte Bräunung ist. Mit der dauerhaften Bräune baut die Haut einen eigenen Lichtschutz auf (bis maximal Faktor 5 bis 6).

 

 

 


7. Wie braun kann ich werden?
 

Jeder Mensch hat eine Besonnungsgrenze. Wie braun man werden kann, hängt also von den persönlichen Gegebenheiten ab. Der individuelle Hauttyp ist ein wichtiges, mitentscheidendes Kriterium. Je brauner man durch Vorbräunung und Veranlagung ist, desto grösser ist der schnelle Erfolg. Neben der Veranlagung spielen das Bräunungsverhalten der letzten Monate und die hormonelle Situation weitere wesentliche Rollen.

Zwei oder drei Besonnungen kurz vor dem Urlaub sehen zwar gut aus, aber sie haben noch keine Schutzwirkung. Dafür braucht es schon regelmässige Sonnenbäder, die aber nie mehr Lichtschutz als bis zum Faktor 6 aufbauen. Je sonniger Ihr Urlaubsort ist, desto mehr heisst es, vorsichtig sein. Und brauner, als es der Hauttyp zulässt, wird man nicht. Ein Typ II wird, sicher oft leider, nie den Farbton eines Typ IV erreichen.


9 und mehr

sehr hoch

hohe Sonnenbrandgefahr

Kleidung und Sunblocker dringend empfohlen

7 - 8

hoch

weniger als 20 Minuten

UV-Schutz unbedingt empfohlen

UV-Schutz erforderlich

UV-Index

UV-Schutz empfohlen

keine

hoch

5 - 6

3 - 4

0 - 2

ab 20 Minuten

ab 30 Minuten

keine

mittlere

niedrig

Schutzempfehlung

Sonnenbrandschwelle

UV-Belastung